Veröffentlicht in Elternzeit und beruflicher Wiedereinstieg, Work-Life-Balance: Kind und Karriere

Familienpause bringt Frauen Nachteile im Job – Teilzeitbeschäftigte wollen Rückkehrrecht auf Vollzeit

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sich die meisten Teilzeitfachkräfte in Deutschland ein Recht auf Rückkehr in ihren Vollzeitjob wünschen. Andererseits sind viele Berufstätige der Meinung, dass auch eine Teilzeitstelle kein Hinderungsgrund ist, in einer Führungsposition zu arbeiten, schreibt die Personalwirtschaft.
Waren mehr als zwei Drittel (69 %) der erwerbstätigen Mütter auf Teilzeitbasis beschäftigt, so waren es bei den erwerbstätigen Vätern in Deutschland lediglich 5 %. Die Mehrheit der Mütter arbeitet also in Teilzeit und verzichtet somit nicht nur auf eine eigene Karriere, sie riskiert auch im Alter zu verarmen.

„Die Aussage von Frauen: Mir reicht ein Minijob, mein Mann verdient ja gut, ist zu kurzfristig gedacht“, davon ist die Gleichstellungsbeauftragte am Landratsamt Regensburg, Maria-Luise Rogowsky, überzeugt. Frauen verdrängen häufig Gedanken an ihre Absicherung im Alter und an Unfall, Trennung oder Ehescheidung wolle niemand denken.

Fehlende Betreuungsmöglichkeiten, teilweise auch hohe Kosten einer Betreuung, ein für Frauen mit Kindern häufig verschlossener Arbeitsmarkt und ein Steuersystem, das doppelt verdienende Paare mit Kindern, kinderlosen gleichstellt bieten den Frauen falsche Anreize auf eine eigene Berufstätigkeit zu verzichten. Die kostenlose Mitversicherung von Ehegatten in der Krankenversicherung und die Minijob-Regelungen sorgen dafür, dass kleine Nebentätigkeiten attraktiv erscheinen. Auf Dauer aber erweisen sie sich, als Karrierekiller. Dabei haben über 80 Prozent der Minijobberinnen eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Karrierekiller Nummer eins ist aber immer noch die Babypause.

Doch Studien belegen, dass die Kosten mit der Dauer der Betriebsabwesenheit signifikant steigen. Durch die mangelnde Praxis, fehlende Routine, die geänderten Methoden, Arbeitsmittel und Änderungen in den Betriebsabläufen oder bei technischen Neuerungen entwerten sich dessen Fachwissen je länger der Mitarbeiter fehlt.

Aus diesen Gründen sollten Arbeitgeber ein Interesse daran haben, schon bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft gemeinsam mit der Mitarbeiterin die Elternzeit und den Wiedereinstieg zu planen. Gleiches gilt für Ihre männlichen Mitarbeiter, denn immer mehr Väter gehen in Elternzeit. So vermeiden Unternehmen lange Fehl- und Ausfallzeiten und machen das Know How der Mitarbeiterin schnell wieder nutzbar. Eine gut vorbereitete Elternzeit und ein begleiteter Wiedereinstieg bieten dem Arbeitgeber mehr Planungssicherheit. Kosten für langjährige Vertretungen und die mit der Länge der Elternzeit immer höher wachsenden Wiedereinarbeitungskosten lassen sich senken und Fachkräfte dauerhaft  ans Unternehmen binden.
Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die es Frauen überhaupt erst ermöglicht eine Vollzeitbeschäftigung auszuüben, die nicht nur der Wirtschaft zugutekommt, sondern auch das eigene Alter absichert, ist der wichtigste Schritt auf dem Weg Fachkräfte zu binden und zu finden. Erst wenn Frauen jenseits von starren Kinderbetreuungszeiten, fehlenden Betreuungsplätzen, langen Ferien der Schulen, kurzen Unterrichtszeiten etc. den Kopf frei haben und überhaupt die Zeit für eine qualifizierte und das Leben sichernde Beschäftigung, wenn die Bedingungen und Möglichkeiten erst einmal gleich sind, dann haben Unternehmen qualifizierte und motivierte Mitarbeiter und die Erwerbstätigkeit von Frauen wird für alle Seiten gewinnbringend steigen.

Dass es auch anders geht, zeigen die Zahlen, wenn man sie rional betrachtet. So waren die Erwerbsmuster der Mütter im Jahr 2012 regional sehr unterschiedlich. Im Westen fiel die Teilzeitquote der Mütter mit 75 % deutlich höher aus, als bei den Müttern im Osten. Hier arbeiteten nur 44 % in Teilzeit.
Umgekehrt verhielt es sich bei den erwerbstätigen Vätern verhielt, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau: 2012 arbeiteten im Osten knapp 8 % der erwerbstätigen Väter in Teilzeit, im Westen waren es 5 %.

Ermittelt hat diese Zahlen das Statistische Bundesamt (Destatis). Zugrunde liegen der Auswertung die Daten des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa. Dabei wurden Mütter und Väter im Alter zwischen 15 und 64 Jahren betrachtet, die mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt zusammenleben und in der Woche vor der Befragung „aktiv erwerbstätig“ waren.

Die detaillierte Analyse zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern können Sie hier downloaden:  Vereinbarkeit von Familie und Beruf_122013.

Veröffentlicht in Allgemein, Work-Life-Balance: Kind und Karriere

Wie sollte der ideale Arbeitsplatz zu Hause aussehen?

Liebe Leserinnen,
neulich traf ich eine Frau, die mir berichtete, dass sie sich selbständig gemacht hat. Leider hat sie aber nicht einmal eine richtige Arbeitsecke in ihrer Wohnung. Kann man sich so auf ein neues Geschäft konzentrieren? Was braucht man eigentlich, um von zu Hause aus arbeiten zu können? hier sind nicht die technischen Mittel gemeint, sondern ganz einfach der Bereich, in dem ich arbeiten will.

Wie sollte der ideale Arbeitsplatz zu Hause aussehen?
Hier einige Tipps, die ich auf der Homepgae von Michael Poh fand “8 Tips To Create An Organized & Productive Home Office“ ergänzt um eigene Tipps:
1. Trennen Sie privates und berufliches. Fernseher, Kinderspielzeug und Co sollten in einem Büro oder in der Arbeitsecke nichts zu suchen haben. Wobei ich hier einschränken muss. Gerade wenn man noch was am Rechner erledigen muss, schnell eine Antwort schreiben will und dergleichen empfiehlt es sich besonderes Spielzueg im Arbeitszimmer zu haben, denn so sind die lieben Kleine eine zeitlang beschäftigt. Kurz lässt sich so wenigstens noch etwas erledigen.

2. Achten Sie auf eine angemessene Sitzgelegenheit – denn Ihr Rücken wird es Ihnen danken


3. Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung – gerade in den Wintermonaten macht ein trüber Tag, mit wenig Tageslicht schnell müde und die Arbeit zieht sich endlos. Gutes Licht steigert dagegen die Produktivität


4. Achten Sie auf einen guten Virenschutz, sichern Sie ihre Dokumente, Bilder etc. und alles was Sie brauchen auch noch ein zweites Mal ab und investieren Sie in eine gute, technische Ausstattung

5. Haben Sie alles, was Sie zum Arbeiten brauchen oder fehlt Ihnen etwas? dann erweitern Sie Ihre technische Ausstattung – allerdings ist weniger oft mehr

6. Vereinfachen Sie Ihre Prozesse – Dinge, die Sie jeden Tag und immer wieder machen, sollten Sie automatisieren. So können Sie Dinge ohne langes Nachdenken erledigen. Hilfreich sind hierfür z.B. ein gutes Ablagesystem und Ordner in Outlook für die verschiedenen Projekte, für die Familie, für Freunde, für dringendes und für Dinge die Zeit haben und warten können. So halten Sie z.B. die Newsletterflut in Grenzen.

7. Wenn Sie mehr Platz brauchen, dann erweitern Sie Ihren Arbeitsplatz oder den Raum für die Ablage – ganz ehrlich, man muss nicht wie im Tipp geraten einen Raum dazu mieten. Häufig hilft es auch mal wieder alles anzuschauen und sich zu fragen, ob man das wirklich braucht. Dann die Ablage machen, alles was nicht gebraucht wird wegwerfen und die Dinge so sortieren, dass sie schnell zur Hand sind und was nicht oft gebraucht wird, gut abgelegt ist.

8. Geben Sie Ihrem Arbeitsplatz eine persönliche Note – Sie sollen sich wohlfühlen in Ihrerm Arbeitszimmer oder in Ihrer Arbeitsecke. Vielleicht erinnert Sie ein Foto des letzten Urlaubs an besonders schöne Momente und lässt Sie kurz innehalten und auftanken. Der Puls wird langsamer, die Muskelspannung wird weniger. Eine prima Kurzpause. Oder Sie lächeln, wenn Sie ein selbstgemaltes Bild Ihres Kindes sehen. Alles, was Sie in gute Stimmung versetzt, was Sie lächeln lässt, tut Ihnen gut und schafft so eine gute und vor allem produktive Athmosphäre.

www.Vereinbarkeit-von-Beruf-und-Familie.info

Viel Spass beim Ausprobieren!

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Tipps für mehr Zeit mit der Familie – und sich selbst

Vereinbarkeit = Stark sein in Familie und Beruf

„Beruf und Familie, das schaffe ich. So war mein Wunsch nach der Elternzeit. Doch inzwischen sind die Kinder nicht mehr so klein, die Ansprüche, Termine und Anforderungen werden mehr. Manchmal habe ich das Gefühl mich zu zerreißen zwischen Beruf und Familie. Ganz zu schweigen von den Anforderungen im Büro und den netten Kommentaren der Kollegen, wenn ich nachmittags gehen muss, weil der Hort pünktlich schließt. Manchmal fühle ich mich schon von den kleinsten Dingen unendlich gestresst und habe einfach keine Kraft mehr“, so beschreibt eine Seminarteilnehmerin ihren Alltag.

Voller Terminkalender, Stress, Leistungsdruck, immer höhere Erwartungen der Unternehmen, der Familie und an sich selbst, das kann anstrengen. Frauen müssen täglich vielen Herausforderungen gleichzeitig gerecht werden. Hinzu kommen die vielen Kleinigkeiten des Alltags, um die sich Frauen in der Mehrzahl auch noch kümmern. Kommen dann noch Belastungen im privaten Bereich dazu, ist schnell die Belastungsgrenze erreicht, sagt die Trainerin der Haufe Akademie Silke Mekat. Doch leistungsfähige Unternehmen brauchen leistungsfähige Mitarbeiterinnen, die mit ihren Ressourcen sinnvoll haushalten. Mehr Belastbarkeit und Motivation, dazu weniger Stress.
Helfen kann dann ein Seminar an der Haufe Akademie in dem die Teilnehmerinnen lernen, wie sie den Kopf wieder frei bekommen, neue Energien tanken und Methoden für einen Alltag in Balance entwickeln.
Genau das richtige Seminar für Dich?
Dann lies doch hier weiter: Frauen in Balance: Vereinbarkeit von Beruf und Familie -Karriere gestalten. Familie managen. Alltag organisieren.

 

Tipps für mehr Zeit mit der Familie – und sich selbst

56 Prozent der berufstätigen Eltern finden laut einer Forsa Umfrage aus dem Jahr 2015, dass sie zu wenig Zeit für die Familie haben. Von Zeit für sich selber einmal ganz zu schweigen. Dabei halten genau diese Momente Eltern und Kinder zusammen. Die langen Abende im Winter und die ersten schönen Tage, wenn der Frühling beginnt, bieten viele Gelegenheiten bewusst Zeit miteinander zu verbringen.

 

Mach einen Wochenplan

darin finden sich alle festen Termine wie Elternabend, Sport oder das Treffen mit Freunden. Aber daneben auch fest eingeplant, was die Familie in der Woche zusammen machen möchte. So kann die Routine gar nicht erst Einzug halten, wenn allen klar ist heute ist beispielsweise ein Spieleabend.

 

Spieleabend statt TV

An einem Abend pro Woche sollte Spiele Zeit sein. Brettspiele statt Fernseher oder iPad! Eine Revanche gibt es dann in der nächsten Woche und sicherlich will schon bald niemand mehr diese Abende missen.

 

Aktivitäten abgleichen

Dein Sohn hat dienstags Fußball? Vielleicht findest Du einen Yoga Kurs, der zeitgleich ist. So kommst Du gar nicht erst in Versuchung die Zeit für Erledigungen, Besorgungen etc. zu verwenden, sondern tun auch etwas für dich.

 

Fahrdienste abwechseln

diese Idee schließt gleich an die zuvor an. Tu Dich mit anderen Eltern zusammen. Wechsele Dich zum Beispiel mit dem Fahrdienst zum Sport der Kinder ab. Oder plane einen Nachmittag, an dem sich die Kinder in wöchentlichem Wechsel bei einer Familie treffen. So haben alle mehr Zeit.

 

Aufgaben aufteilen

Hier wird jeder zum Chef eines bestimmten Bereichs. So wischt die kleine Tochter nach dem Essen den Tisch ab, während Papa die Töpfe spült. Solche festen Abläufe, gehen schon bald in den Alltag über und leidige Diskussionen erübrigen sich.

 

Brunchen am Wochenende

bei so einem ausgedehnten Frühstück ist der perfekte Moment, um zu erzählen, was in der Woche passiert ist, was gut und was nicht so gut lief und die kommende Woche zu planen. Erzähle von Dir, dann öffnen sich auch die Kinder.

 

Druck rausnehmen

Vergiss nicht: niemand ist perfekt. Schraube deshalb Deine Erwartungen an dich selber und an andere ruhig etwas runter. Das schont die Nerven und vom Fußboden isst eh selten jemand.

 

Zeit für mich

Bei Stress weirst Du unausstehlich? Keine Sorge, das geht uns allen so. Versuche einen Abend pro Woche etwas Schönes zu unternehmen. Das entspannt ungemein.

 

 

Fazit: Gestalte Deinen Lebensentwurf von vornherein ganzheitlicher, damit es dich nicht aus der Kurve trägt.

Erweitere Deine Methoden zur Stressbewältigung und lass dich dazu anregen, eine gesunde Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erschaffen.

 

 

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Teilzeit als Karrierefalle? Frauen, die in Teilzeit erfolgreich sein wollen, müssen daher einiges beachten

Liebe Leserin,

Noch immer gilt in vielen Unternehmen: Wer am längsten im Büro ist, macht Karriere. Frauen, die in Teilzeit erfolgreich sein wollen, müssen daher einiges beachten, erklärt die Professorin Jutta Rump in einem sehr interessanten Interview mit dem Tagesspiegel: „Die Halbtagsstelle ist ein Auslaufmodell“

Gut auch diese Frage:

„Viele Frauen arbeiten nach der Elternzeit verkürzt. Wie können sie verhindern, dass sie in die ‚Teilzeitfalle‘ tappen?

Sie können ihre Chancen verbessern, wenn sie sich über drei Dinge im Klaren sind: Erstens, sie sollten einen genauen Plan von ihrer beruflichen Zukunft haben und davon, wie sie das mit der Vereinbarkeit regeln wollen. Ganz konkret kann man zum Beispiel mit Chef oder Chefin besprechen, wann man wieder in Vollzeit arbeiten möchte. Zweitens spielt das Selbstmarketing jetzt eine größere Rolle als vorher. Berufsrückkehrerinnen sollten ihren Wert als Mitarbeiterin deutlich herausstellen: Warum kann mein Unternehmen auf keinen Fall auf mich verzichten? Und drittens: Was kann ich wirklich leisten in meiner momentanen Situation und wo sind meine Grenzen?“

Punkte, an denen jede berufstäzige Mutter ansetzen kann.

 

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Mama Teilzeit, Papa Vollzeit: Warum sind deutsche Eltern so konservativ?

Eine neue Allensbach Studie zeigt, die Mehrheit lebt nach wie vor das Modell. Doch wieso ist das so?

Dazu gibt es in der Brigitte Mom einen interessanten Artikel: „Mama Teilzeit, Papa Vollzeit: Warum sind deutsche Eltern so konservativ?“

Frischgebackene Mütter in Ostdeutschland nehmen laut Studie im Schnitt 15 Monate Elternzeit, im Westen sind es 20 Monate. Nach der Elternzeit arbeiten im Osten beide Elternteile mehr als doppelt so häufig in Vollzeit als im Westen.

Mir fehlt zumindest in dem Artikel die Angabe der Stunden, die die Eltern jeweils arbeiten. Damit wäre es aussagekräftiger. Es gibt ja auch die vollzeitnahe Teilzeit, bei der kaum weniger gerabeitet wird, aber die negativen Folgen wie eine schlechte Absicherung im Alter, nicht so gravierend ins Gewicht fallen.

Das Brigitte Mom Team schreibt: „Was aufhorchen lässt: Die meisten befragten Paare gaben an, dass es bei ihren Gesprächen in Sachen Familiengründung vor allem darum ging, wie viele Stunden die Mutter nach der Elternzeit arbeiten werde. Dass der Vater weiterhin Vollzeit arbeitet, wurde gar nicht erst hinterfragt. “

Wie lebt Ihr? Habt Ihr Euch mit Eurem Partner vorher abgesprochen, wer wie veiel Stunden arbeitet?

In dem Artikel heisst es auch, dass 11 Prozent der Männer sich die Betreuung ihrer Kinder nicht zutrauen würden und elf Prozent der Frauen  es nicht gut finden, wenn, wenn ihr Partner das Kind mehrheitlich allein betreuen würde. Macht zusammen 22 Prozent, die das Gefühl haben, das Kind sei beim Vater nicht ganz so gut aufgehoben wie bei der Mutter.

Seht Ihr das auch so? Würden Eure Partner das Kind nicht so gut betreuen wie Ihr selber?

 

 

Das „Institut für Demoskopie Allensbach“ hat für die Studie Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf mehr als 3000 Mütter und Väter mit Kindern unter sechs Jahren befragt.

 

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Das kann doch nicht alles gewesen sein

Liebe Leserinnen,

aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr gerade wir Mütter dazu neigen unsere eigenen Talente und Fähigkeiten unter den Scheffel zu stellen.

Wie häufig wir mit angezogener Handbremse durch unser Leben manövrieren.

Wie häufig wir uns einsetzen und engagieren und doch begleitet uns das Gefühl:
Das kann doch nicht alles gewesen sein?
Das Gefühl von: Da schlummert noch mehr in mir!
So fühlen wir uns häufig nicht wertgeschätzt und gesehen, hetzten von Termin zu Termin, bringen unsere eigenen Talente und Fähigkeiten nur in abgeschwächter Form zum Ausdruck.

Und vergessen am Ende uns selber ganz. Die Umgebung, das System, die Gesellschaft, die Umstände, so lauten die häufigsten Begründungen.

Es ist Zeit gar nicht erst auf ein solches, gedankliches Abstellgleis auszuweichen!

Eine gute Möglichkeit bietet ein Coaching.
Ein Coaching für Mütter hilft Dir dabei Schritt für Schritt die Punkte auf dem Weg zurück in den Beruf schon während der Babypause anzugehen. Sich der eigenen Stärken bewusst zu werden und zu lernen diese zum Ausdruck zu bringen. Die richtige Betreuung für das Kind zu finden. Herauszufinden wie viel Arbeitszeit Du überhaupt zur Verfügung stellen kannst, ohne die Balance zwischen Beruf und Familie zu verlieren. Gespräche mit dem Chef vorzubereiten und sich über die gedanklichen Hürden bewusst zu werden. Gleichzeitig erfährst Du, auch in stressigen Zeiten kleine Fluchten im Alltag zu finden.

Du fragst dich vielleicht:
• Kann ich mir in der heutigen Zeit überhaupt erlauben beruflich kürzer zu treten?
• Bin ich als berufstätige Mutter meinen Kindern auch eine gute Mutter?
• Oder Du fragst dich, wie du alles schaffen sollst: Morgens früh raus, dann vor der Arbeit erst zur Kita, schnell weiter zur Arbeit. Dort wird volle Präsenz, top Leistung und auch die Bereitschaft zur Mehrarbeit erwartet. Doch wie soll das gehen? Denn wenn Du es nicht pünktlich zur Kita schaffst, gibt es neue Probleme. Wer kann Dein Kind außer dir abholen und dann betreuen? Und der Chef? Wie ihm und den Kollegen klarmachen, dass man leider pünktlich gehen muss. Überstunden oder ein Treffen nach Feierabend so ganz spontan nicht ebenfalls drin sind.

Dann ist ein Coaching für den beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit das Richtige für Dich.

Was Du mit einem Coaching zum Wiedereinstieg erreichen kannst:

  • Deine Gedanken, Werte und ggf. Rollenvorstellungen zu reflektieren
  • Deinen Blick auf Ihre Wünsche, Stärken und Ihr Können zu lenken
  • Deine neuen beruflichen Ziele so zu formulieren und die Schritte dorthin so zu definieren, dass sie zu Dir passen
  • von Dir gewünschte Verhaltensweisen in einem sicheren Setting auszuprobieren und zu reflektieren
  • Optionen durchzuspielen, um sich entweder für den alten Job neu zu organisieren, oder berufliches Neuland zu betreten
  • Dich optimal auf Stellensuche und Bewerbungen für einen neuen Job vorzubereiten
  • Ideen und Pläne für neue Arbeitsformen zu entwickeln
  • mit Zeit- und Stressmanagement mehr Energie zu tanken.

 

Oder ganz bequem von zu Hause aus, als Online Coaching Programm

In sieben Modulen begleite ich Dich durch die Elternzeit und plane mit dir gemeinsam den Wiedereinstieg.
Das Beste daran – Du muss dafür gar nicht aus dem Haus! Entspannt kannst Du die Module von zu Hause aus bearbeiten. So lässt sich das Wiedereinstiegs Programm ganz einfach in Deinen Alltag integrieren.
Modul 1: die Elternzeit vorbereiten, das Planungsgespräch mit dem Vorgesetzten, Tipps für den Endspurt in den Mutterschutz
Modul 2: die Babypause richtig nutzen, Kontakt halten, Weiterbildung, wie lange pausieren?, viel zu tun und nichts geschafft – der Alltag mit Kind, familienfreundliche Arbeitswelt nutzen und gestalten
Modul 3: den Wiedereinstieg vorbereiten, die Wahl der Kinderbetreuung, wieder reif für den Job?, wie viel Arbeitszeit habe ich überhaupt zur Verfügung?, Ihr gutes Recht rund um den Wiedereinstieg
Modul 4: fit für den Wiedereinstieg, was sind Ihre Stärken?
Modul 5: Wiedereinstiegs Hindernisse – welche gibt es und wie gehen Sie damit um?
Modul 6: da bin ich wieder – die Rückkehr in den Job, Zeit sinnvoll nutzen, Familienorganisation, als Mutter Karriere machen, das Wiedereinstiegsgespräch vorbereiten
Modul 7: ganz entspannt mit Kind und Kegel, Eltern sein – Partner bleiben, mehr, Kommunikation, die Perspektive wechseln, Entspannung im Alltag
Schreibe mir und entwickele mit meiner Unterstützung Deine persönlichen Erfolgsstrategien für eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Planung deiner Elternzeit und den Wiedereinstieg, für eine Balance zwischen Kind und Karriere.
Ich unterstütze Dich dabei, neue, individuelle Visionen, Wünsche, Ziele und Strategien für deine berufliche Zukunft, für eine gelungene Balance von Beruf und Privatleben oder die zu lösende Situation zu entwickeln und umzusetzen.

Wenn Du willst, lernen wir uns kennen!

Soulution Coaching Silke Mekat - Beraterung, Training und Coaching rund um Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Weitere Informationen unter Kontakt (at) Vereinbarkeit-von-Beruf-und-Familie.info

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Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Was kann ich tun, wenn mein Chef nicht mitspielt?

Diese Frage wird mir öfter gestellt: “Was tun, wenn mein Chef und die Unternehmensleitung nicht mitspielen?”

Ja, was kann man als Mitarbeiter tun, wenn Ideen, Vorschläge oder aus eigener Sicht unerlässliche Veränderungen nicht durchgesetzt bekommt?

Man feststellt, dass es auf diesem Wege nicht weiter gehen kann? Oder es wird unmittelbar in die eigene Arbeit eingegriffen und die Ziele können nicht erreicht werden – was passiert dann?

Sucht Alternativen! Sammelt Informationen! Bleibt am Ball!

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Ein Vertriebsleiter möchte seiner Mitarbeiterin auch mit Kind behalten und vereinbart mit ihr Teilzeit in der Elternzeit sowie eine stufenweise Rückkehr in den Job. Unser Vertriebsleiter ist sich sicher, dass er seine gute Mitarbeiterin verliert, wenn er sie nicht dabei unterstützt Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Doch auch nach mehreren Gesprächen ist die Unternehmensleitung nicht bereit Teilzeit in Elternzeit zu genehmigen. Man hat Vorbehalte gegen Mütter mit kleinen Kindern. Wir kennen sie alle zu genüge: ist nicht mehr belastbar, Kinder sind ständig krank, Kitas streiken, dann ist die eh nie da und so weiter und so weiter.

Ein anderes Beispiel: eine Mitarbeiterin in Führungsposition hat eine Tochter, die im Herbst in die Schule kommt. Gleichzeitig arbeitet sie manchmal 60 Stunden die Woche. Inwzischen merkt sie, dass sie über ihre Belastungsgrenze hinweg ist und sucht das Gespräch mit ihrer Cheffin. Die Mutter weiss nicht weiter: wie soll sie ihrerm Kind und dem Job gerecht werden? Beides frisst sie so langsam auf. Zeit für sich selber, zum Erholen und wieder Kräfte sammeln, gibt es schon lange nicht mehr. Doch die Firmenleitung hat dafür kein Ohr. Weiterhin finden Meetings ausserhalb der Betreuungszeit des Kindes statt und es wird erwartet, dass man auch von zu Hause noch erreichbar ist und arbeitet, wenn das Kind längst schläft.

Ähnliche Beispiele aus der Arbeitspraxis gibt es sicherlich genug. Diese Problematik führt oftmals zu einer innerlichen und folglich häufig zu einer tatsächlichen Kündigung. Und das kann sich in Zeiten des Fachkräftemangels heutzutage kein Unternehmen mehr leisten.

Aber gibt es Wege für den Mitarbeiter, die Geschäftsführung zu anderem Handeln zu bewegen? Wie soll sich der Mitarbeiter verhalten? Hat er (wie die Vertriebsmitarbeiterin in unserem Beispiel) tatsächlich nur die Chance zu kündigen, wenn er damit “nicht einverstanden” ist? Und wie motiviert der Vertriebsleiterin sich und seine Mitarbeiter zukünftig, wenn er doch heute gescheitert ist?

Sicherlich gibt es eine Unmenge an Möglichkeiten, was die Vorgesetzten in den Beispielen tun könnten.

Was aber in jedem Fall richtig wäre, wäre zum einen am Ball zu bleiben und die Unternehmensleitung zu informieren. Was bedeutet es für unser Unternehmen, wenn wir diese Mitarbeitern verlieren? Welche Kosten kommen auf uns zu? Würde eine neue Mitarbeiterin auf dieser Position sich genauso gut in die Kunden einarbeiten können, gleich viel oder mehr Umsatz bringen und würde sie nicht vielleicht auch von Anfang an mehr Gehalt, flexible Arbeitsbedingungen und eine bessere Provision verlangen? Hier gilt es Informationen zu sammeln und diese aufbereitet den Verantwortlichen zu präsentieren.

Eine weitere Möglichkeit ist Alternativen zu suchen.

Wenn eine geldwerte Provision nicht möglich ist, was würde denn stattdessen die Mitarbeiterinnen binden und motivieren? Vielleicht könnte man hier echte Alternativen bieten, wie eine flexiblere Arbeitszeit, ein Seminar zum Stressmanagement, Angebot von Ferienbetreung sowie Übernahme der Kosten etc.

Dies sind nur zwei Beispiele aus der Praxis, was funktionieren kann. Wenn ein Weg nicht funktioniert, blickt über den Tellerrand. Welche Möglichkeiten gibt es stattdessen? Vielleicht kommest Du auch auf diesen Wegen zum Ziel.

Soulution Coaching Silke Mekat Unternehmensberatung für familienbewusste Personalpolitik Kontakt
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Nach der Babypause – wie Mütter in den Beruf zurückfinden. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Liebe Leserinnen,

auf Sueddeutsche.de erzählen 3 Mütter was sie beim Wiedereinstieg in den Beruf erlebt haben.
Was sind Eure Erfahrungen?

Hier gehts zu dem Beitrag: Wiedereinstieg nach Babypause
Wie ist es Dir ergangen? Welche Erfahrungen hast Du als berufstätige Mutter gemacht?

Wann bist Du zurück in den Job? Konntet Du deinen Job so gestalten, dass das Leben mit Kind machbar ist ohne täglich einen riesigen Spagat zu machen? Wie wurdest Du vom Chef, den Kollegen und der Personalabteilung wieder aufgenommen? Bekamst Du deinen alten Job zurück oder einen vergleichbaren nach der Babypause angeboten? Wurden Dir Aufstiegsmöglichkeiten auch mit Kind aufgezeigt? Oder musstest Du dir nach der Elternzeit einen neuen Arbeitgeber suchen?

Du bist nach der Elternzeit wieder in den Beruf eingestiegen?

Dann freue ich mich auf Deine Erfahrungen!

Ich arbeite gerade an einem Buch für Personaler, Geschäftsführer und Vorgesetzte zu Elternzeit und dem beruflichen Wiedereinstieg. Lass andere von Deinen Erfahrungen lernen!

Mitmachen darf jede Mutter, die nach ihrer Babypause wieder in den Beruf eingestiegen ist, sich selbständig gemacht hat bzw. macht oder noch in Elternzeit ist und über ihre Erfahrungen berichten möchte. Berichte von Deinen Erfahrungen und Deine ganz persönliche Lösung dazu, die Du erfolgreich umgesetzt hast. Dabei sind alle Themen möglich, die sich um Deine Elternzeit un den Wiedereinstieg in den Job drehen.
Schicke mir eine Email mit Betreff “Karriere mit Kind: Elternzeit und Wiedereinstieg” an kontakt(at)Vereinbarkeit-von-Beruf-und-Familie.info.

Schildere Deine Erfahrungen kurz und treffend

und versieh dies mit einem aussagekräftigen Titel. Dazu ich möchte natürlich auch einiges über Dich wissen. Nur so können andere von Deinen Erfahrungen profitieren.

Über Dich benötige ich folgende Infos:
Vorname, Beruf, Wohnort, wie lange ausgestiegen aus dem Job und wie wieder zurückgekehrt sowie eine Freigabe zur Veröffentlichung.

Herzlichen Dank und viele Grüße
Silke Mekat

Veröffentlicht in Elternzeit und beruflicher Wiedereinstieg

Kind und Beruf – das schaffe ich! Erfolgreich durch Elternzeit und Wiedereinstieg

Hurra, ich bin schwanger! Das war vielleicht Ihr erster Impuls.

Doch was kommt nun auf Sie zu?

Mit einem Kind ändert sich alles! Doch was gilt es zu beachten?

Wie sollte ich das Gespräch mit meinem Vorgesetzten angehen?

Kann man eine Elternzeit und den Wiedereinstieg in den Beruf überhaupt planen?

Wieviel kann ich mit Kind eigentlich noch arbeiten und was komnmt dann alles auf mich zu?
Kann ich mir in der heutigen Zeit überhaupt erlauben beruflich kürzer zu treten?

Bin ich als berufstätige Mutter meinen Kindern auch eine gute Mutter?

Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie alles schaffen sollen: Morgens früh raus, dann vor der Arbeit erst zur Kita, schnell weiter zur Arbeit. Dort wird volle Präsenz, top Leistung und auch die Bereitschaft zur Mehrarbeit erwartet. Doch wie soll das gehen? Denn wenn Sie es nicht pünktlich zur Kita schaffen, gibt es neue Probleme. Wer kann Ihr Kind außer Ihnen abholen und dann betreuen? Und der Chef? Wie ihm und den Kollegen klarmachen, dass man leider pünktlich gehen muss. Überstunden oder ein Treffen nach Feierabend so ganz spontan nicht ebenfalls drin sind.

Manchmal fühlt man sich dabei wie vor einem unüberwindlichen Hindernis.

Es ist Zeit gar nicht erst auf ein solches, gedankliches Abstellgleis auszuweichen!

Hurra, ich bin schwanger! Ja, freuen Sie sich und gehen Sie gut vorbereitet in die Elternzeit, denn gut geplant ist klar gewonnen.

Soulution Coaching Silke Mekat Unternehmensberatung für familienbewusste Personalpolitik auf dem Weg zu Arbeit und KrippeDas online Coaching Programm „Kind und Beruf – das schaffe ich. Erfolgreich durch Elternzeit und Wiedereinstieg“ hilft Ihnen dabei Schritt für Schritt die Punkte auf dem Weg zurück in den Beruf schon während der Babypause anzugehen.

  • Sich der eigenen Stärken bewusst zu werden und zu lernen diese zum Ausdruck zu bringen.
  • Die richtige Betreuung für Ihr Kind zu finden.
  • Herauszufinden wie viel Arbeitszeit Sie überhaupt zur Verfügung stellen können, ohne die Balance zwischen Beruf und Familie zu verlieren.
  • Gespräche mit dem Chef vorzubereiten und sich über die gedanklichen Hürden bewusst zu werden.
  • Gleichzeitig erfahren Sie, auch in stressigen Zeiten kleine Fluchten im Alltag zu finden.

In sieben Modulen begleite ich Sie durch die Elternzeit und plane mit Ihnen gemeinsam den Wiedereinstieg.

Das Beste daran – Sie müssen dafür gar nicht aus dem Haus! Entspannt können Sie die Module von zu Hause aus bearbeiten. So lässt sich das Wiedereinstiegs Programm ganz einfach in Ihren Alltag integrieren.

Sie fragen sich wie das geht?

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Veröffentlicht in Elternzeit und beruflicher Wiedereinstieg, Work-Life-Balance: Kind und Karriere

“Neue Ideen lösen oft Ängste aus” – Silke Mekat im Interview mit Tandemploy zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie

“Neue Ideen lösen oft Ängste aus” – Silke Mekat zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie

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Silke Mekat ist Diplom Betriebswirtin und Inhaberin von Soulution Coaching. Sie begleitet als Beraterin, Trainerin und Coach Unternehmen und deren Mitarbeiter in den Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mitarbeiterbindung und wertschätzende Führung. Wie es um die Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen steht – und wie  Jobsharing helfen kann, diese zu verbessern – hat sie uns im Interview erzählt. 

Was verändert sich gerade in unserer Arbeitswelt?
Als ich 2012 mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie begann, stieß ich in den Unternehmen auf Unverständnis. „Brauchen wir nicht“ war eine sehr häufige Antwort. Inzwischen ist der Fachkräftemangel angekommen, auch in Bayern. Damit rücken gerade Frauen verstärkt ins Auge der Arbeitgeber und Personaler.  Firmen schauen heute mehr auf ihre Mitarbeiter und auch die Wichtigkeit von Frauen, als Teil der Belegschaft, ist erkannt worden. Gleichzeitig wandelt sich unsere Firmenwelt hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft und damit hin zu den Wirtschaftszweigen, in denen Frauen schon seit langem präsent und gut sind. Das Neue ist, dass sie Bedingungen fordern können, die ihnen entgegenkommen.
Neben dem Wandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft und dem demografischen Wandel, kommt noch etwas auf die Unternehmen zu: viele Männer würden gern kürzer und ein Großteil der Frauen gern länger arbeiten.

Sind Unternehmen hierzulande familienfreundlich?
Obwohl viel und überall darüber geredet wird, ist Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen längst noch keine Selbstverständlichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie von A.T. Kearney. Die überwältigende Mehrheit der arbeitenden Frauen mit Kindern oder Kinderwunsch sieht einen Engpass bei Notfallbetreuungen und bei der Kinderbetreuung in den Schulferien. Den Männern fehlen meist Spezialangebote für Väter. Beide, Männer und Frauen, sehen einen großen Nachholbedarf beim Thema Vorbilder. Die wenigsten haben Führungskräfte und Vorgesetzte, die in puncto Vereinbarkeit mit gutem Beispiel vorangehen.
Es gibt also viel zu tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Mitarbeiter zu binden. Die künftige Überlebensfähigkeit in einem Bewerbermarkt hängt in grossem Maße davon ab, wie die Bindung guter Mitarbeiter gerade auch in mittelständischen Unternehmen gelingt.

Mit welchen Problemen wenden sich die Unternehmen an Sie?
Meine Beratung umfasst die Unterstützung rund um Kinderbetreuung und Wohnungssuche in einem engen Markt, bis hin zum Wiedereinstiegscoaching der Frauen. Wieder andere Firmen berate ich bei einer Strategie sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und dies auch zu leben. Auch die Mitarbeitergesundheit ist mein Thema. Zu guter Letzt bin ich Trainerin unter anderem für die Haufe Akademie, für die ich ab 2015 Seminare für berufstätige Frauen in der Mehrfachbelastung zwischen Beruf, Karriere und Familie geben werde.

Oft sind es besonders die Frauen, die einer Doppelbelastung zwischen Beruf und Familie ausgesetzt sind. Was kann Ihrer Meinung nach zu deren Entlastung beitragen?
Frauen sind vor allem Wertschätzung und Anerkennung wichtig. Gehen sie als Mutter arbeiten, haben sie meist ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber. Gleichzeitig haben sie auch gegenüber ihrem Vorgesetzten, den Kollegen und nicht zu Letzt auch den eigenen Karrierewünschen gegenüber ein schlechtes Gewissen. Berufstätige Mütter zerreiben sich an allen Fronten und achten am wenigsten auf sich selber, das höre ich in meinen Beratungen immer wieder. Zeit für sich selber, um aufzutanken und wieder neue Energien zu tanken, nehmen sich die wenigsten. Schön wäre es, wenn wir noch mehr wegkommen als Gesellschaft von dem Ideal der Frau, die eine tolle Mutter ist, die ihre Kinder optimal fördert, überall hinfährt und immer präsent ist. Die gleichzeitig auch im Beruf einen tollen Job macht, schlank und fit ist, vielseitig interessiert und alle Bälle gleichzeitig in der Luft hat. An solchen Vorstellungen kann man nur scheitern.

Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die Männer bei der Gleichberechtigung in der Arbeitswelt?
Solange Kinder ein Karrierehindernis darstellen, Frauen in Vorstellungsgesprächen nach ihrem Kinderwunsch gefragt werden und man sich im Zweifel dann doch für einen Mann entscheidet, so lange wird sich an diesen Zahlen leider nichts ändern. Es muss ein Umdenken stattfinden. Nicht nur bei Männern, auch bei Frauen, denn die wenigsten von ihnen möchte eine Frau als Chefin.
Je mehr Väter jedoch auf eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie drängen. Je mehr sie nicht nur Wochenend-Papa sein wollen, sondern aktiv am Leben ihrer Kinder teilnehmen möchten. Je häufiger ein Mann seinen Vorgesetzten fragt, wie die Firma ihn und seine Familie unterstützt. Je mehr Männer das Thema aus der Frauennische herausholen, umso mehr wird sich in den Köpfen und damit in den Firmen tun.

Was halten Sie von Jobsharing?
Jobsharing ist eine sehr gute Sache, gerade für gut ausgebildete Fachkräfte. Mit der Aufteilung sind auch Führungspositionen, die eine Vollzeitstelle erfordern, mit reduzierter Arbeitszeit möglich. Ich denke, dass sich dieses Arbeitsmodell weiter ausbreiten wird. Natürlich muss das Unternehmen erst in Vorleistung gehen. Es muss den Mitarbeitern vertrauen, dass sie ihre Arbeit machen. Das kann man nicht über Stunden messen, sondern nur über die Leistung. Das Unternehmen muss vielleicht in Verwaltungsausgaben oder technische Einrichtungen investieren. Neue Ideen lösen oft Ängste aus. Aber langfristig wird sich zeigen, dass es sich lohnt, wenn ein Unternehmen sich Gedanken macht, wie es Mitarbeiter halten und neue bekommen kann.

Wofür wünschen Sie sich mehr Zeit?
Als selbständige Trainerin, Coach, Autorin, Bloggerin und Mutter fehlt mir häufig Zeit. Dabei lässt sich gar nicht so genau sagen wofür, denn es ändert sich ja im Laufe einer Woche oder eines Monats. Theater hätte ich noch vor ein paar Wochen gesagt, dafür fehlt mir Zeit. Doch jetzt gehe ich regelmäßig mit meiner Tochter ins Theater oder Musical, etwas was uns beiden großen Spaß macht. Freie Zeit gehört ganz klar meiner Tochter und meinem Mann.

Uta Kotzur

Über Uta Kotzur

Uta Kotzur unterstützt das Team von Tandemploy bei der täglichen Arbeit und schreibt unter anderem Artikel für zweiteilen. Bereits während ihres Studiums beschäftigte sich sich mit dem Themen Zukunft der Arbeit und nachhaltige Lebenswelten. Ihre Masterarbeit schrieb sie über Jobsharing, so kam sie auch zu Tandemploy. Uta ist überzeugt davon, dass dieses Arbeitsmodell optimale Rahmenbedingungen in bestimmten Lebensphasen schafft.

Quelle: Tandemploy