Frauen in Balance

Archiv für Juni, 2017

Willst Du auch immer alles perfekt machen?

Liebe Leserin,

vielen Mütter geht es sicherlich ähnlich – wir wollen immer alles perfekt machen. Dieser Anspruch an uns selber ist ganz typisch… leider.

Wir wollen möglichst in allen Bereichen top sein. eine tolle Mutter, die perfekte Frau, Tochter, Freundin, Sportlerin, Geliebte, Schwester ….sein und natürlich auch noch im Beruf geschätzt werden.

So viel Perfektion kann nur eins machen: unsympathisch und einen völlig auslaugen

Von den dunklen Ringe unter den Augen,  drohenden Magengeschwüren und so weiter mal ganz zu schweigen.

Ab heute bin ich endlich nett zu mir!

Am Morgen trödeln die Kinder weidereinmal und haben alle Zeit der Welt? Auf dem Weg zur Kita stehst Du nachmittags schon wieder im Stau? Und der Kuchen für das Kindergartensommerfest ist auch verbrannt?

Was schiefgegangen ist, lässt sich nicht mehr ändern. Selbst dann nicht, wenn wir uns im Stillen immer wieder Vorwürfe deswegen machen. Auch wenn es absurd klingt im ersten Moment: besser ist es die ganze Sache aus einer anderen perspektive zu betrachten. Aus Fehlern kann man lernen. In der Strasse ist eine neue Baustelle und deshalb der lange Stau – besser ich fahre demnächst eine andere Strecke und vermeide den Stillstand. Die Kinder trödeln wieder einmal? Bei Sabine Bohlmann gibt es lustige Tipps über fliegende Teppiche und redende Zahnbürsten, die die Sache mit Humor nehmen.

Schau optimistisch nach vorn. Meine Erfahrung ist, dass für jede Tür, die sich schliesst, eine neue öffnet.

Behalte den Überblick

Denn wer alles perfekt machen will, verzettelt sich schnell. Am Ende sind wir dann völlig ausgelaugt und in Zeitnot. Dinge bleiben unerledigt und alles wächst einem über den Kopf. Besser, Du betrachtest das Geschehen aus der Vogelperspektive. So behältst du das grosse Ganze besser im Auge.

Erkenne Deine Talente

Andere erreichen alles viel leichter, ist Dein Eindruck? Denen gelingt es so leicht und man selber muss ständig kämpfen. Statt sich mit anderen zu vergleichen, sollten wir unsere eigenen Stärken und Talente hervorheben und stolz darauf sein. Was kannst Du besonders gut? Sich ständig mit anderen zu vergleichen und im Wettkampf zu stehen, schafft nur unnötigen Druck. Sehr viel besser ist es doch, sich die eigenen Stärken sich vor Augen zu führen.

Machbar oder nicht?

Die eigenen Ziele zu hoch zu setzen, lässt einen leider immer wieder scheitern. Frage Dich deshalb bevor Du ein neues Projekt startest oder übernimmst, ob dieses wirklich realistisch ist. Wer gleich realistisch an Dinge herangeht, erspart es sich, später noch einmal nach unten zu korrigieren. An einem Tag voller Termine im Job, willst Du vielleicht auch noch beim Kindergarten Sommerfest mit selbsgemachten Cupcakes glänzen? Oder noch bessr Cakepops, diese Dinger gelingen mir zumindest nie. Ein solches Projekt sollte noch mal überdacht werden, um nicht an den eigenen Erwartungen zu scheitern. Vielleicht wird der Tag dann ohne den Druck mit selbstgemachtem glänzen zu wollen, viel entspannter und der schnelle Nudelsalat ist ein voller Erfolg.

Überlege also vorher, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte. Wie ginge es dann weiter? Würden bei dem Sommerfest wirklich alle mit dem Finger auf einen zeigen, weil der Kuchen gekauft und nicht selbstgebacken ist? Muss es zur Geburtstagsfeier zu Hause ein perfektes Menü sein oder reicht nicht auch ein Pasta Buffet, bei dem sich jeder seine Lieblingssosse nehmen kann? Das haben wir z.B. letztens gemacht und es war ein voller Erfolg.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Woche!!

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Wünsch dir was….

Liebe Leserin,

was wünscht Du dir?

Hast Du Wünsche oder fällt dir so ad hock gar nichts ein?

Was würdest Du tun, wenn du 1.000, 10.000 oder 100.000 Euro zur freien Verfügung hättest?

Eine gute Frage, oder?

Gerade heute an einem Tag der wie Blei auf mir lastet.

Was wünsche ich mir?

Also mit 1.000 Euro würde ich mit meinen beiden Lieben ein Wochenende bei Klara Kleeblatt (www.Felben.at) verbringen. Oh weh, dann ist das Geld auch schon so ziemlich weg 😦

Und wenn nicht das, was dann?

Es ist gar nicht so leicht, sich darüber klar zu werden. Was wünsche ich mir?

Viele Dinge, die man mit Geld gar nicht kaufen kann, wie z.B. wieder mehr Kontakt zu alten Freunden zu haben. Freundschaften die mir fehlen. Alles hat seine Zeit und unser wird wieder kommen, vielleicht passt es im Moment einfach nicht. Trotzdem wäre das einer meiner Wünsche an unsere Freundschaft wieder anzuknüpfen. Oder auch mehr laue Sommerabende zum draußen sitzen und quatschen. Sonntage zum Wandern oder in gemütlicher Runde zusammen sitzen, während die Kinder glücklich spielen. Neue Freunde finden und alte wiederfinden.

Vielleicht geht es Dir auch so, mit Kind haben sich die Freundschaften verändert. Meistens ganz ohne unser Zutun. Es ist halt nicht mehr so spontan und einfach möglich abends wegzugehen und eine Nacht durchmachen mit Freunden sowieso nicht mehr, denn unsere Tochter ist allerspätestens um 8 Uhr hellwach. Zu Freunden ohne Kinder hat sich das Verhältnis geändert. Hier würde ich mir mehr Toleranz untereinander wünschen und auch den Mut der kinderlosen sich auf Eltern einzulassen, die meisten sind ziemlich unkompliziert.

Was würde ich mit 10.000 Euro machen?

Das Wohnzimmer das Treppenhaus neu streichen lassen. Vom Rest würde ich ein paar verlängerte Wochenenden machen, wir reisen doch so gerne.

Und mit 100.000 Euro?

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Alles was ich mit 1.000 und 10.000 Euro machen wollte 😉

Und dazu würde ich meine beste Freundin in Windhoek endlich besuchen und mir 4 Wochen das Land ansehen.

Interessant ist, das mir Freunde und schöne Momente mit meinen lieben viel wichtiger sind als neue Möbel oder ein neues Auto.

Und was lerne ich daraus?

Mir mehr schöne Momente wie unsere Wanderung letzten Sonntag zu gönnen und vielleicht an neuen Freunden zu arbeiten, um auch wieder schöne Momente mit Gleichgesinnten zu erleben. Wenn eine Tür sich schliesst, öffnet sich meist eine neue und bei uns tun sich gerade einige Türen auf. Ich freue mich darauf!

Und was wünschst Du dir?

Herzliche Grüße

Ständig unter Strom? Das schützt

Liebe Leserin,

als Eltern und vor allem als berufstätige Mutter muss man ständig Leistung bringen. Man hat kaum Zeit und versucht meistens gleich mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten. Auf dem Weg zum Kindergarten noch schnell einkaufen, im Kopf überlegen, was heute noch erledigt werden muss und habe ich die Mail an Herrn Mair vorhin im Büro eigentlich noch abgeschickt?

Die Anforderungen steigen ständig und Stress gehört zum normalen Alltag dazu. Doch was kann ich tun, damit mir nicht alles zu viel wird?

Was ist Stress überhaupt? Und macht er immer krank?

Unter Stress spüre ich Druck und Anspannung. Für einen Olympiateilnehmer kann das aber auch positiv sein. Macht es also gleich krank?

Nein, erst wenn äussere Reize, wie Lärm und Hektik z.B. zusammen kommen mit inneren Reizen wie den eigenen Ansprüchen und Antreibern, dann kann es zu viel werden und belasten. Du kennst das sicher auch: du willst für die Familie da sein, alles schaffen, bloss nichts vergessen, den Job gut erledigen und so weiter. Früher brachte uns der Stress dazu schneller vor einem Angreifer zu fliehen, aber wohin sollen wir denn heute fliehen? Die aufputschenden Hormone können so nur schwer abgebaut werden und bleiben noch lange im Körper. Das ist nicht gesund.

Doch was kann man tun?

Silke Mekat Kind und Karriere Frauen in Balance Vereinbarkeit von Beruf und Familie Ziele, Wege, Veränderung,

  1. Bewege Dich locker: Am Wochenende eine kleine Wanderung vielleicht. Oder täglich ein Spaziergang. Statt immer mit dem Auto oder der Bahn zu fahren, nimm öfter mal das Fahrrad. Das alles baut Stresshormone ab und hilft Dir, den eigenen Rhythmus zu finden. Und mach Sport! Joggen setzt Glückshormone frei, Yoga dehnt die Muskeln und entspannt den ganzen Körper. Hinterher fühlt man sich richtig gut.
  2. Nimm Dir Auszeiten: Mach öfter mal eine Mini Pause. Schon zwei Minuten die Augen zu schliessen, kurz vor dem offenen Fenster zu stehen und ein paar Mal tief durchzuatmen, entspannt eine Tasse Tee zu trinken hilft Dir aus einer anstrengenden oder nervigen Situation herauszukommen. Und am Feierabend? Dafür setzt Du dir am besten einen festen Zeitpunkt, z.b. 20 Uhr. Bis dahin sind die Kinder im Bett, Telefonate erledigt und nichts wichtiges mehr zu tun. Inzwischen geht meine Tochter gern und freiwillig ins Bett, denn wir lesen ja noch eine gute Nacht Geschichte und kuscheln bis sie eingeschlafen ist. Danach habe ich dann auch Feierabend. Herrlich.
  3. Davon reichlich:  Haferflocken, Bananen, Wasser (mit min. 100mg Magnesium pro Liter), Geflügel, Gemüse. Lavendel in einer Duftlampe verdunstet entspannt nicht nur, es aktiviert auch das Belohnungszentrum im Gehirn. Gib zu Hause, am Arbeitsplatz oder wo Du möchtest 3 bis 4 Tropfen in eine Duftlampe
  4. Davon nur wenig: Alkohol, Kaffee, Cola, Limonaden, fettes Essen, Fast Food, etc. putschen nur kurzfristig auf. Bei Stress ganz schlecht. Besser Du knabberst statt Süssem z.B. Studentenfutter, dass setzt für unser Glücksempfinden wichtige Botenstoffe frei und ist auch für die Figur gut.
  5. SOS Hilfe: wenn gar nichts mehr geht, hilft es mit gespreizten Fingern die Hände auszuschütteln. So lernt man innerlich loszulassen und die bei Stress meist angespannten Schulter- und Nackenmuskeln entspannen sich.

Familienpause bringt Frauen Nachteile im Job – Teilzeitbeschäftigte wollen Rückkehrrecht auf Vollzeit

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sich die meisten Teilzeitfachkräfte in Deutschland ein Recht auf Rückkehr in ihren Vollzeitjob wünschen. Andererseits sind viele Berufstätige der Meinung, dass auch eine Teilzeitstelle kein Hinderungsgrund ist, in einer Führungsposition zu arbeiten, schreibt die Personalwirtschaft.
Waren mehr als zwei Drittel (69 %) der erwerbstätigen Mütter auf Teilzeitbasis beschäftigt, so waren es bei den erwerbstätigen Vätern in Deutschland lediglich 5 %. Die Mehrheit der Mütter arbeitet also in Teilzeit und verzichtet somit nicht nur auf eine eigene Karriere, sie riskiert auch im Alter zu verarmen.

„Die Aussage von Frauen: Mir reicht ein Minijob, mein Mann verdient ja gut, ist zu kurzfristig gedacht“, davon ist die Gleichstellungsbeauftragte am Landratsamt Regensburg, Maria-Luise Rogowsky, überzeugt. Frauen verdrängen häufig Gedanken an ihre Absicherung im Alter und an Unfall, Trennung oder Ehescheidung wolle niemand denken.

Fehlende Betreuungsmöglichkeiten, teilweise auch hohe Kosten einer Betreuung, ein für Frauen mit Kindern häufig verschlossener Arbeitsmarkt und ein Steuersystem, das doppelt verdienende Paare mit Kindern, kinderlosen gleichstellt bieten den Frauen falsche Anreize auf eine eigene Berufstätigkeit zu verzichten. Die kostenlose Mitversicherung von Ehegatten in der Krankenversicherung und die Minijob-Regelungen sorgen dafür, dass kleine Nebentätigkeiten attraktiv erscheinen. Auf Dauer aber erweisen sie sich, als Karrierekiller. Dabei haben über 80 Prozent der Minijobberinnen eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Karrierekiller Nummer eins ist aber immer noch die Babypause.

Doch Studien belegen, dass die Kosten mit der Dauer der Betriebsabwesenheit signifikant steigen. Durch die mangelnde Praxis, fehlende Routine, die geänderten Methoden, Arbeitsmittel und Änderungen in den Betriebsabläufen oder bei technischen Neuerungen entwerten sich dessen Fachwissen je länger der Mitarbeiter fehlt.

Aus diesen Gründen sollten Arbeitgeber ein Interesse daran haben, schon bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft gemeinsam mit der Mitarbeiterin die Elternzeit und den Wiedereinstieg zu planen. Gleiches gilt für Ihre männlichen Mitarbeiter, denn immer mehr Väter gehen in Elternzeit. So vermeiden Unternehmen lange Fehl- und Ausfallzeiten und machen das Know How der Mitarbeiterin schnell wieder nutzbar. Eine gut vorbereitete Elternzeit und ein begleiteter Wiedereinstieg bieten dem Arbeitgeber mehr Planungssicherheit. Kosten für langjährige Vertretungen und die mit der Länge der Elternzeit immer höher wachsenden Wiedereinarbeitungskosten lassen sich senken und Fachkräfte dauerhaft  ans Unternehmen binden.
Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die es Frauen überhaupt erst ermöglicht eine Vollzeitbeschäftigung auszuüben, die nicht nur der Wirtschaft zugutekommt, sondern auch das eigene Alter absichert, ist der wichtigste Schritt auf dem Weg Fachkräfte zu binden und zu finden. Erst wenn Frauen jenseits von starren Kinderbetreuungszeiten, fehlenden Betreuungsplätzen, langen Ferien der Schulen, kurzen Unterrichtszeiten etc. den Kopf frei haben und überhaupt die Zeit für eine qualifizierte und das Leben sichernde Beschäftigung, wenn die Bedingungen und Möglichkeiten erst einmal gleich sind, dann haben Unternehmen qualifizierte und motivierte Mitarbeiter und die Erwerbstätigkeit von Frauen wird für alle Seiten gewinnbringend steigen.

Dass es auch anders geht, zeigen die Zahlen, wenn man sie rional betrachtet. So waren die Erwerbsmuster der Mütter im Jahr 2012 regional sehr unterschiedlich. Im Westen fiel die Teilzeitquote der Mütter mit 75 % deutlich höher aus, als bei den Müttern im Osten. Hier arbeiteten nur 44 % in Teilzeit.
Umgekehrt verhielt es sich bei den erwerbstätigen Vätern verhielt, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau: 2012 arbeiteten im Osten knapp 8 % der erwerbstätigen Väter in Teilzeit, im Westen waren es 5 %.

Ermittelt hat diese Zahlen das Statistische Bundesamt (Destatis). Zugrunde liegen der Auswertung die Daten des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa. Dabei wurden Mütter und Väter im Alter zwischen 15 und 64 Jahren betrachtet, die mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt zusammenleben und in der Woche vor der Befragung „aktiv erwerbstätig“ waren.

Die detaillierte Analyse zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern können Sie hier downloaden:  Vereinbarkeit von Familie und Beruf_122013.

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